label_transparent_bearbeitet.png

Abschied und Anfang - Xandra_Dezember2012

 

Sie nahm die Schuld an der Hand, hob sie auf, hielt sie fest,

einen winzigen Moment nur, und dann warf sie sie weg,

sie hörte den Aufprall, noch ein Ächzen, einen Schrei,

ich möchte, dass du gehst, jetzt, schrie sie, ich lasse dich frei.

 

Sie umarmte die Angst, strich ihr sanft über’s Haar,

schloss nur kurz ihre Augen, danach war die Angst nicht mehr da.

 

Sie starrte der Wut zornig entgegen,

ich weiß, dass du bleiben willst,

auch ich will mit dir leben,

doch ab jetzt wird alles anders, ab jetzt gilt mein Wort,

wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann scher auch du dich von hier fort.

 

Sie spürte die Vorsicht, wie immer heimlich und ganz still,

hinter sich, war ihr Atem, wie ein Hauch, nur ein Gefühl.

 

Sie öffnete ihre Tür, ließ die Anderen nun herein,

diese waren gekommen, wollten ihr Anker von jetzt an sein.

Der Mut war der Erste, der das Zimmer betrat,

sah sich um, sah die Vorsicht, die ganz vorsichtig tat.

 

Auch die Frechheit ließ sich nicht bitten,

nahm den Charme mit und auch die Lust,

sie umgarnten die Vorsicht,  trotzten trotzig auch der Wut,

selbst die Liebe kam ganz leise, unauffällig  gar herein,

sah sich um, ließ sich nieder, fügte sich ganz lautlos ein.

 

Sehr viel später, dann am Abend, Abschied und Anfang waren geschehen

Die Freunde lachten und tranken, ließen die Freude neu auferstehen.

Sie saß vor dem Haus, still,  sah die Sterne, sah den Mond

nahm sich selbst in den Arm, und war wahrlich reich belohnt.

Bernie Rothauer - Bildrechte